Stiftung Anerkennung und Hilfe – Unterstützung für ehemalige Insassen von Behinderteneinrichtungen und Psychiatrien

Zum 1. Januar 2017 haben Bund, Länder und Kirchen gemeinsam die Stiftung Anerkennung und Hilfe errichtet. Mit dieser Stiftung wurde ein Hilfesystem für Menschen geschaffen, die als Kinder oder Jugendliche in der Zeit vom 23. Mai 1949 bis zum 31. Dezember 1975 (BRD) bzw. vom 7. Oktober 1949 bis zum 2. Oktober 1990 (DDR) in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe oder in stationären psychiatrischen Einrichtungen untergebracht waren, dort Leid und Unrecht erfahren haben und heute noch an Folgewirkungen leiden.

Die Stiftung hat sich die öffentliche Anerkennung dieses Leids und Unrechts und die wissenschaftliche Aufarbeitung der damaligen Geschehnisse zur Aufgabe gemacht. Zugleich möchte sie das von den Betroffenen erlittene Leid und erlebte Unrecht individuell anerkennen. Dies soll in Beratungsgesprächen mit fachkundigem Personal und bei Vorliegen der Voraussetzungen durch die Gewährung finanzieller Leistungen geschehen. Wer zu dem eingangs genannten Personenkreis gehört, kann aus der Stiftung eine Geldpauschale in Höhe von 9.000 EUR erhalten. Hat jemand zwischen Vollendung des 14. und 18. Lebensjahres während des Aufenthalts in der Einrichtung sozialversicherungspflichtig gearbeitet, ohne dass hierfür Sozialversicherungsbeiträge abgeführt wurden, kann ihm eine Rentenersatzleistung von einmalig 3.000 EUR ausgezahlt werden. Bei mehr als zwei Jahren Arbeit erhöht sich diese auf 5.000 EUR.

Bis zum 31. Dezember 2019 ist eine Anmeldung für diese Leistungen in den Anlauf- und Beratungsstellen der Stiftung möglich. Betroffene mit Wohnsitz in Thüringen können sich an folgende Adresse wenden:

 

Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie

Anlauf- und Beratungsstelle der Stiftung Anerkennung und Hilfe

Werner-Seelenbinder-Straße 6

99096 Erfurt

 

Tel.: 0361 / 573811-260

Fax: 0361 / 573811-820

E-Mail: StiftungAH@tmasgff.thueringen.de